Der schelmische Hauptmann von Köpenick

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Der schelmische Hauptmann von Köpenick

Am 16. Oktober 2016 ist es soweit – Der legendäre Schelmenstreich des Schusters Wilhelm Voigts, besser bekannt als der Hauptmann von Köpenick, feiert seinen 110. Geburtstag!

Am 16. Oktober 1906 machte Wilhelm Voigt sich einen Scherz, der zur Legende werden sollte. Der im Jahr 1849 in Tilsit geborene Wilhelm fiel bereits im zarten Alter von 14 Jahren durch seine kriminelle Energie auf. Aufgrund seiner ausgeprägten Diebeslust lernte er schon in jungen Jahren das Innere eines Gefängnisses kennen.
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Als großer Freund des Trödelmarktes zog der pfiffige Wilhelm für sein größtes Projekt von Händler zu Händler und stellte sich ein Outfit für seine Rolle als preußischer Hauptmann zusammen. Bekleidet mit seiner neuen Uniform und mit stolzer Haltung wies er im Wachdienst stehende Soldaten an, den Weg zum Rathaus unzugänglich zu machen. Währen dessen veranlasste Wilhelm, dass Oberstaatssekretär Rosenkranz und Bürgermeister Georg Langerhans nicht mehr aus dem Rathaus ausbüchsen konnten. Die Diebesfreude des jungen Wilhelms setzt sich am diesem legendären 16. Oktober fort. Ganz selbstverständlich bediente er sich an der Kasse mit samt ihren 3.557 Deutschen Mark und genau 45 Pfennigen. Die Quittung, die er zu unterschreiben gebeten wurde, signierte er mit Schelmeslust unter Angabe des Nachnamens seines jüngsten Gefängnisdirektors, der „von Malzahn“ lautete. Wilhelm setzte noch den Zusatz „H.i.1.G.R. – Hauptmann im 1. Garde-Regiment“ dahinter.
Von Bürgermeister Georg Langerhans und Kassenrendant von Wiltburg ließ sich Wilhelm das Ehrenwort geben, keinesfalls die Flucht zu ergreifen, während er sie auf den Weg zur Neuen Wache schickte. Außerdem setzte er das Postamt vorübergehend außer Betrieb und sorgte für einen mächtigen Ausnahmezustand in der ganzen Region.

Nach der Tat soll Wilhelm sich auf schnellstem Wege nach Berlin begeben, seine Uniform abgelegt und gewöhnliche, unauffällig bürgerliche Kleidung gekauft haben. Nach 10 Tagen flog Wilhelm allerdings auf: Ein ehemaliger „Knastbruder“ muss Wilhelm verraten haben, sodass dieser bei Kaffee und Frühstücksei verhaftet und für vier Jahre verurteilt wurde.

Mit diesem genialen Streich, der auch unter dem Namen „Köpenickiade“ bekannt ist, brachte Wilhelm die Menschheit zum Lachen und sorgte für jede Menge Schadenfreude! Dass Köpenick den Menschen deutschland- und sogar weltweit ein Begriff ist, haben wir nicht zuletzt unserem schelmenhaften Wilhelm zu verdanken. Seine legendäre Uniform kann heute noch im Köpenicker Rathaus bewundert werden!